Schlacht von Sewastopol 1919 • Zeitgeschichte
Die Schlacht entdecken
14.–29. April 1919 Französische Niederlage

Schlacht von Sewastopol

Alliierte Intervention im russischen Bürgerkrieg · Sewastopol, Krim (Russisches Reich)

Zusammenfassung

Die Schlacht von Sewastopol markiert den Höhepunkt der französischen Marineintervention im Schwarzen Meer. Während die Stadt von weißen Elementen mit Unterstützung der Alliierten gehalten wurde, brach unter sowjetischen Seeleuten eine große Meuterei aus. Die Rote Armee versuchte, die Stadt durch Landangriffe und interne Aufstände einzunehmen. Die Situation verschlechterte sich rapide und die Franzosen mussten in Panik evakuieren. Es ist eine der schwersten französischen Niederlagen im Russlandfeldzug.

Historischer Kontext

Seit Januar 1919 besetzten französische Truppen gemeinsam mit den Weißrussen den Hafen von Sewastopol. Doch die politische Lage war äußerst instabil: Die örtliche Bevölkerung war pro-bolschewistisch, im Hafen stationierte russische und ukrainische Seeleute wurden von der revolutionären Propaganda überzeugt und die Rote Armee rückte von der Nordkrim aus vor. Der fortschreitende Abzug der Briten und der Mangel an logistischer Unterstützung verschärften die Isolation Frankreichs, das gleichzeitig mit externen Feinden und internen Meutereien konfrontiert war.

Taktik

Die Verteidigung basierte auf einer Küstenlinie, die von der alliierten Flotte, insbesondere dem Kreuzer *Waldeck-Rousseau*, unterstützt wurde. Weiße Truppen hielten die Landstützpunkte. Aufständische sowjetische Matrosen lösten einen Aufstand im Hafen aus und erleichterten den Einmarsch bolschewistischer Einheiten in die Stadt. Die Franzosen versuchten Landungen, um die Situation wiederherzustellen, doch Desertionen, mangelnder Zusammenhalt und lokale Feindseligkeiten machten die Verteidigung unhaltbar. Die Evakuierung wurde unter Beschuss überstürzt durchgeführt, wobei mehrere Schiffe beschädigt wurden.

Folgen

Der Verlust von Sewastopol beschleunigte den Rückzug Frankreichs von der Krim und markierte das Ende jedes ernsthaften Versuchs einer direkten Intervention in Südrussland. Diese Niederlage beschleunigte den Zusammenbruch der Moral der französischen Einheiten. Sogar in der Flotte kam es zu Meutereien, insbesondere an Bord der *France* und der *Jean Bart*. Politisch schwächte diese Niederlage Clemenceau und schürte die Kritik an der russischen Expedition. Es nährte auch das anhaltende Misstrauen der Sowjets gegenüber Frankreich, das als aktiver Feind der Revolution galt.

Standort

Ort : Sewastopol, Krim (Russisches Reich)
Koordinaten : 44.6167°N, 33.5254°E