Kämpfe bei Thiaumont
Erster Weltkrieg – Schlacht um Verdun · Thiaumont-Werke, Verdun, Maas, Frankreich
Zusammenfassung
Die Kämpfe bei Thiaumont, in deren Mittelpunkt ein befestigtes Werk des Verdun-Gürtels stand, veranschaulichen den Zermürbungskrieg, der bis zum Höhepunkt getrieben wird. Die Thiaumont-Schanze, eine strategische Position zwischen Fleury und Douaumont, wechselte in einer Flut von Artillerie und Schlamm mehrmals den Besitzer. Die Bedingungen waren unmenschlich: zerstörte Unterkünfte, lebendig begrabene Männer, Granatenangriffe in Kratern. Trotz aufeinanderfolgender Offensiven beider Seiten gelang es keiner von beiden, den Sektor dauerhaft zu halten.
Historischer Kontext
Nach Rückschlägen bei Vaux und Souville versuchten die Deutschen, Thiaumont zu sichern, um einen neuen Durchbruch in Richtung des französischen Verteidigungszentrums zu unterstützen. Dieses Betonwerk dominierte die Gegend um Fleury und war den deutschen Dispositionen ein Dorn im Auge. Die Franzosen ihrerseits waren entschlossen, den endgültigen Verlust zu verhindern. Die Artillerie spielte in diesem äußerst lokalisierten, aber außerordentlich heftigen Stellungskampf eine zentrale Rolle.
Taktik
Die Kämpfe bei Thiaumont waren durch sehr lokale Angriffe kleiner Einheiten in einer Mondlandschaft aus Granatlöchern und Ruinen gekennzeichnet. Das vollständig durchbrochene Werk diente eher als taktischer Meilenstein als als wirksame Befestigung. Angriffswellen folgten aufeinander und wurden oft durch Artilleriefeuer oder unmittelbare Gegenangriffe gestoppt. Die Deutschen setzten Sturmtruppen für nächtliche Infiltrationen ein, während die Franzosen Jäger- und leichte Infanteriekompanien zur Belästigung und Bodengewinnung entsandten.
Folgen
Der Standort Thiaumont war bis zum Ende des Sommers 1916 beinahe von der Karte gelöscht. Die mehr als zehnmal umstrittenen Arbeiten wurden schließlich als vorrangiges Ziel aufgegeben. Der Kampf verlagerte sich auf andere befestigte Stellungen. Dieser Sektor, ein Sinnbild für die Absurdität des Stellungskampfes, bleibt im kollektiven Gedächtnis als einer der am stärksten verwüsteten Orte von Verdun. Es symbolisiert die Erschöpfung beider Armeen und die Unmöglichkeit eines schnellen Sieges.