Schlacht bei Loos 1915 • Zeitgeschichte
Die Schlacht entdecken
25. September – 8. Oktober 1915 Unentschiedene Schlacht

Schlacht bei Loos

Erster Weltkrieg – Offensiven im Herbst 1915 · Loos-en-Gohelle, Sektor Lens – Hulluch – Vermelles, Pas-de-Calais, Frankreich

Zusammenfassung

Die Schlacht von Loos markierte die größte britische Offensive des Jahres 1915 an der Westfront, unterstützt von Artillerie und französischen Abteilungen. Der Angriff begann am 25. September mit dem ersten Masseneinsatz von britischem Chlorgas, das sich schnell als unkontrollierbar und für den Angreifer ebenso gefährlich wie den Feind erwies. Britische Truppen stürmten auf Loos-en-Gohelle, Hulluch und das Nordhorn von Lens. Nach einem spektakulären ersten Durchbruch kamen die Reserven nur langsam zum Einsatz, die Offensive geriet ins Stocken und deutsche Gegenangriffe schlugen die britischen Gewinne zurück. Die Franzosen griffen weiter südlich an, um die Bewegung zu unterstützen, stießen aber auch auf tiefe Verteidigungsanlagen und erlitten schwere Verluste. Nach zwei Wochen erbitterter Kämpfe stabilisierte sich die Front in ihren Ausgangspositionen.

Historischer Kontext

Im September 1915 starteten die Alliierten eine Reihe koordinierter Offensiven: Champagne, Artois, Loos. Zum ersten Mal engagierte die BEF massiv Freiwillige der „Neuen Armee“, unerfahren, aber entschlossen. Der als Durchbruchswaffe gedachte Gaseinsatz erwies sich als zufällig und kaum entscheidend. Die Briten griffen nördlich von Lens an, um die rückwärtigen deutschen Gebiete abzuschneiden. Die Franzosen unter Foch und d'Urbal führten unterstützende Angriffe an der Scarpe- und nördlichen Artois-Front durch. Logistik, Kommunikation und Reservesynchronisierung blieben mangelhaft.

Taktik

Die Offensive begann mit einem massiven Artilleriebeschuss, gefolgt vom Einsatz von Chlorgas aus Flaschen: Manchmal blies der Wind das Gas zurück auf die Angreifer. Die Briten kamen zunächst schnell voran und eroberten Loos und das „Double Crassier“, aber der Mangel an verfügbaren Reserven, um den Erfolg auszunutzen, ermöglichte den Deutschen einen Gegenangriff. Straßenkämpfe, Minenangriffe und Tiefenverteidigung kamen beiden Seiten teuer zu stehen. Die Franzosen versuchten, den Feind durch wiederholte Angriffe in Schach zu halten, doch die Tiefe der Schützengräben und das Maschinengewehrfeuer machten jeden Durchbruch unmöglich.

Folgen

Die Schlacht von Loos endete mit einem Blutbad, vor allem für die Briten (fast 60.000 Verluste in zwei Wochen). Die Gebietsgewinne waren im Verhältnis zum Aufwand unbedeutend. Das Scheitern der alliierten Koordination, Lücken im Gasmanagement und der Mangel an Reserven verdeutlichten die Notwendigkeit tiefgreifender taktischer und organisatorischer Reformen. Die fast völlig zerstörte Stadt Loos wurde zum Symbol der britischen Opferbereitschaft in Frankreich. Für Frankreich bestätigte die Schlacht den Stillstand des Zermürbungskrieges von 1915 und läutete Überlegungen zum Einsatz neuer Waffen und zur Organisation künftiger Großoffensiven ein.

Standort

Ort : Loos-en-Gohelle, Sektor Lens – Hulluch – Vermelles, Pas-de-Calais, Frankreich
Koordinaten : 50.448°N, 2.735°E