Schlacht bei Leipzig
Krieg der Sechsten Koalition · Leipzig, Königreich Sachsen
Zusammenfassung
Die Schlacht bei Leipzig, auch „Völkerschlacht“ genannt, war die größte militärische Auseinandersetzung der Napoleonischen Kriege. Vier Tage lang widerstand Napoleon dem koordinierten Angriff der alliierten Armeen, die von Norden, Süden und Osten auf Leipzig zurückkamen. Trotz energischer Verteidigung und mehreren erfolgreichen Gegenangriffen wurde die zahlenmäßige Überlegenheit des Feindes überwältigend. Am 18. Oktober gingen sächsische Truppen zum Feind über und brachten die französischen Linien weiter durcheinander. Am 19. Oktober befahl Napoleon den Rückzug, doch durch die vorzeitige Zerstörung der Elsterbrücke wurden 30.000 Mann eingeschlossen, darunter ein Teil der Garde und Marschall Poniatowski, die ertranken.
Historischer Kontext
Nach dem Sieg bei Dresden, aber Niederlagen bei Katzbach, Kulm und Dennewitz, versuchte Napoleon, Sachsen zu verteidigen, um seine zentrale Position in Deutschland zu bewahren. Als Ankerpunkt wurde Leipzig gewählt. Die nun besser koordinierten Alliierten beschlossen, mit ihren vereinten Armeen, die alle europäischen Großmächte repräsentierten, eine entscheidende Schlacht zu führen. Napoleon sah sich einer immer noch starken, aber zahlenmäßig unterlegenen Armee gegenüber, die auf erschöpfte Truppen und zweifelhafte verbündete Kontingente wie die Sachsen angewiesen war.
Taktik
Napoleon organisierte seine Verteidigung in einem Bogen um Leipzig und konzentrierte seine Kräfte im Süden, wo Schwarzenbergs Hauptangriff erwartet wurde. Er führte mehrere lokale Gegenoffensiven durch, insbesondere in der Wachau und in Liebertwolkwitz. Am 18. Oktober starteten die Alliierten einen Generalangriff mit koordinierten Angriffen aus dem Norden (Blücher), dem Süden (Schwarzenberg) und dem Osten. Die Artillerie spielte auf beiden Seiten eine entscheidende Rolle. Der Überfall der Sachsen öffnete eine Bresche in der Mitte. Am 19. zog sich Napoleon über die Lindenaubrücke zurück, doch die vorzeitige Explosion der Brücke isolierte einen Teil der Nachhut. Poniatowski starb, als er den Rückzug abdeckte.
Folgen
Die Niederlage bei Leipzig stellte einen wichtigen strategischen Wendepunkt dar: Napoleon verlor den Großteil seiner Macht über Deutschland und der Rheinbund begann sich aufzulösen. Nach und nach schlossen sich deutsche Staaten den Alliierten an. Dieser katastrophale Rückzug zwang den Kaiser mit verminderter Streitmacht zurück über den Rhein. Es war der Auftakt zur Invasion französischen Territoriums im Jahr 1814. Der Verlust an Arbeitskräften, Ausrüstung und militärischem Prestige war immens.