Schlacht von Fleury-devant-Douaumont
Erster Weltkrieg – Schlacht um Verdun · Fleury-devant-Douaumont, Sektor Verdun, Maas, Frankreich
Zusammenfassung
Die Schlacht von Fleury-devant-Douaumont ist eine der heftigsten und symbolträchtigsten Episoden von Verdun. Vom 23. Juni bis 18. August 1916 wurden das Dorf Fleury und seine Umgebung zum Schauplatz extremer Gewalt: 16 Mal eingenommen und zurückerobert, wurde Fleury in einen Trümmerhaufen verwandelt, der von Artillerie- und Infanterieangriffen zerstört wurde. Die Deutschen versuchten wiederholt, mit Feuerkraft und Elitetruppen in Richtung Verdun durchzubrechen, stießen jedoch auf die hartnäckige Verteidigung des Poilus, unterstützt durch Artillerie und Mangins Gegenangriffe. Die Kämpfe fanden in einem Chaos aus Trümmern, Staub und Gas statt. Das Dorf Fleury verschwand buchstäblich aus der Landschaft und verwandelte sich in ein „für Frankreich totes Dorf“, von dem nur noch die Erinnerung und einige Überreste übrig sind.
Historischer Kontext
Fleury-devant-Douaumont, ein kleines Dorf in der Maas, befand sich während des großen Sommerangriffs von 1916 im Zentrum der deutschen Disposition. Das deutsche Ziel bestand darin, nach der Einnahme von Douaumont und Vaux die Höhen über Verdun endgültig zu erobern. Die Linien reichten bis auf weniger als 4 km an die Stadt heran: Der Fall von Fleury könnte den Weg für einen direkten Angriff auf Verdun ebnen. Deutsche Artillerie zerstörte das Dorf, während die Infanterie in aufeinanderfolgenden Wellen vorrückte. Mangin, auch „der Schlächter“ genannt, organisierte die Verteidigung, die Entsendung von Verstärkungen und permanente Gegenangriffe. Die Rotation der Divisionen, die Ankunft neuer Einheiten (insbesondere koloniale Tirailleure) und die Mobilisierung der nationalen Moral machten Fleury zu einem Symbol des absoluten Widerstands. Das Dorf wurde völlig zerstört: Jedes Haus, jeder Keller, jeder Brunnen wurde zu einem Stützpunkt oder einem Grab.
Taktik
Die deutschen Angriffe begannen mit Artilleriebeschuss von nie dagewesener Intensität, gefolgt von Infanteriewellen, die versuchten, in die Ruinen, Schützengräben und Unterstände einzudringen. Die Kämpfe fanden Haus für Haus, Granattrichter für Granattrichter statt, oft mit Granaten, Bajonetten oder Nahkämpfen. Die Franzosen organisierten lokale Gegenangriffe mit Unterstützung der Artillerie, um verlorenes Terrain zurückzuerobern. Der Einsatz von Kampfgasen (Phosgen, Senfgas) war intensiv. Die lebenswichtige Kommunikation wurde durch Läufer, Brieftauben und vergrabene Leitungen aufrechterhalten. Der Sektor wurde zu einem Niemandsland, in dem jeder Vormarschversuch tödlich war. Beide Seiten übten eine schnelle Entlastung der Einheiten, um den Druck aufrechtzuerhalten.
Folgen
Die Verteidigung von Fleury verhinderte, dass die Deutschen Verdun erreichten, und markierte einen Wendepunkt in der Schlacht. Die Opferbereitschaft der Verteidiger und ihre Hartnäckigkeit im Grauen gingen in die nationale Erinnerung ein: Fleury ist eines der neun Dörfer, die „für Frankreich tot“ sind und nach dem Krieg nie wieder aufgebaut wurden. Die menschlichen und materiellen Verluste waren enorm: Tausende Tote lagen auf dem Boden verstreut, und die Region ist bis heute übersät mit Überresten und anonymen Bestattungen. Taktisch gesehen bestätigte die Schlacht die Wirksamkeit der Tiefenverteidigung, der Truppenrotation und des lokalen Gegenangriffs. An die vernichtete Fleury erinnern eine Kapelle und Stelen, ein Symbol für das Leiden und den Mut des Poilus von Verdun.