Schlacht am Cerro del Borrego
Französische Intervention in Mexiko · Orizaba, Bundesstaat Veracruz, Mexiko
Zusammenfassung
Nach dem gescheiterten Angriff auf Puebla zogen sich die französischen Truppen in Richtung Orizaba zurück. Am 13. Juni 1862 versuchte eine französische Abteilung unter General Lorencez, die Position des Cerro del Borrego, eines strategischen Hügels mit Blick auf das Orizaba-Tal, zu sichern. Allerdings legten mexikanische Truppen unter der Führung von Zaragoza einen Hinterhalt und griffen den Gipfel schnell an, bevor die Franzosen Zeit hatten, sich richtig zu verschanzen.
Historischer Kontext
Der Rückzug von Lorencez, nachdem Puebla die französischen Truppen zurückgelassen hatte, war geschwächt und demoralisiert. Der General versuchte, bei Orizaba eine Verteidigungslinie zu errichten, um den Rückzug zu sichern. Cerro del Borrego war eine wichtige Position zur Kontrolle der Anflüge. Aufgrund der schlechten Geländeaufklärung und der Unterschätzung der mexikanischen Bewegungen waren die Franzosen jedoch einem schnellen, gut koordinierten Angriff ausgesetzt.
Taktik
Die Mexikaner starteten einen Blitzangriff im Morgengrauen und nutzten dabei die Tatsache aus, dass die Franzosen ihre Positionen noch nicht gefestigt hatten. Sie setzten Scharmützler ein, um den Feind von Norden her festzunageln, während die Hauptinfanterie von Westen her flankierte. Die Überraschung war total. Die französischen Soldaten gerieten ins Kreuzfeuer und versuchten einen unorganisierten Rückzug. Das Fehlen von Verstärkung und Lorencez‘ Selbstüberschätzung verschlimmerten die Situation. Der Hügel wurde in weniger als einer Stunde eingenommen.
Folgen
Die französische Niederlage am Cerro del Borrego bestätigte das Scheitern der ersten Phase der Expedition. Dies schadete Lorencez' Ruf weiter und er wurde bald nach Frankreich zurückgerufen. Auf mexikanischer Seite steigerte dieser Sieg die Moral der Republikaner und bestätigte Zaragozas taktische Wirksamkeit kurz vor seinem Tod. Die demoralisierte französische Armee stellte vorübergehend größere Offensivoperationen ein und wartete auf neue Verstärkung.