Schlacht von Bordeaux / an der Garonne (732)
Umayyadische Expedition von 732 – Raubzug nach Aquitanien · Bordeaux, Aquitanien (heute Frankreich)
Zusammenfassung
732 unterdrückt ʿAbd ar-Raḥmān al-Ġāfiqī Munuza (Cerdanya, Verbündeter Eudos), sammelt bei Pamplona, überschreitet die Westpyrenäen (Roncesvalles/Navarra), verwüstet Auch und die Gascogne, erstürmt Bordeaux (Garnisonskommandant getötet) und zerschlägt Eudos Kräfte an der Garonne (oder Dordogne). Anders als Toulouse 721 (Überraschung gegen Belagerungslager) trifft Eudo hier umayyadische Reiterei im offenen Feld und wird vernichtet. Die Umayyaden plündern Klöster Nordaquitaniens und marschieren auf Tours/Saint-Martin. Eudo unterwirft sich Karl Martell und schließt sich dem fränkischen linken Flügel bei Poitiers an.
Historischer Kontext
Nach der Niederlage von Toulouse (721) halten die Umayyaden inne, dann bereitet ʿAbd ar-Raḥmān ibn ʿAbd Allāh al-Ġāfiqī, 730 zum Wali von al-Andalus ernannt, eine große Expedition vor. Munuza (Othman ibn Naissa), Berber der Cerdanya, hatte sich mit Eudo verständigt (Waffenstillstand; manche Berichte nennen Heirat mit Lampade); Eudo, im Norden gegen Karl Martell gebunden, kann ihm nicht helfen. Munuza’s Tod geht dem Angriff voraus. ʿAbd ar-Raḥmān sammelt bei Pamplona und überschreitet die Westpyrenäen (Roncesvalles). Hauptziel laut mehreren Mediävisten (Micheau): Beute (ghazwa), nicht sofortige Eroberung.
Taktik
Schneller Vormarsch durch die Gascogne (Auch verwüstet), Erstürmung Bordeaux’ (Garnisonskommandant getötet), dann Gefecht gegen Eudo an Garonne oder Dordogne. Anders als Toulouse 721 — Überraschung gegen ein Belagerungslager — trifft Eudo hier umayyadische Reiterei im offenen Feld und wird vernichtet. Westliche Chroniken sagen, „Gott allein kennt die Zahl der Getöteten“. Schätzungen von 70–80.000 (Bennett) gelten als übertrieben (Lewis, Collins). Die manchmal genannten 15–25.000 werden hier nicht als Primärzahlen geführt.
Folgen
Aquitanisches Heer dezimiert; Eudo gezwungen, sich Karl Martell zu unterwerfen und dem fränkischen linken Flügel bei Poitiers beizutreten. Vorläufiges Ende basco-aquitanischer Autonomie (EN-Notizen). Die Umayyaden plündern Klöster Nordaquitaniens und marschieren auf Tours und Saint-Martin, berühmt für Reichtum. Weitreichende politische Folgen des Feldzugs von 732: Bordeaux/Garonne ist die kritische Stufe, die das erzwungene Bündnis Eudo–Karl vor der Schlacht von Poitiers auslöst; ohne diese Niederlage keine fränkisch-aquitanische Koalition von 732.