Schlacht von Bazeilles
Deutsch-Französischer Krieg · Bazeilles, Ardennen, Frankreich
Zusammenfassung
In der Schlacht von Bazeilles traten französische Kolonialtruppen – die berühmten „Marsouinen“ der Marine – im Dorf Bazeilles in der Nähe von Sedan in erbitterten Stadtkämpfen gegen bayerische Streitkräfte an. Die Franzosen verteidigten jedes Haus und jede Straße in heldenhaftem Widerstand und fügten dem Feind trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit schwere Verluste zu. Das Gefecht wurde zum Sinnbild für den Mut der französischen Kolonialtruppen und führte zur Entstehung des berühmten Mottos „Sie werden nicht passieren.“
Historischer Kontext
Im Deutsch-Französischen Krieg wurden französische Streitkräfte bei Sedan eingekesselt. General de Vassoigne erhielt den Befehl, Bazeilles zu verteidigen, um den Vormarsch des Feindes zu verzögern. Das Dorf war ein strategischer Punkt an der Maas und seine Verteidigung zielte darauf ab, den Rückzug der Franzosen zu schützen. Der Einsatz von Kolonialtruppen in einem Großstadtkrieg verdeutlicht die Bedeutung dieser Einheiten innerhalb der kaiserlichen Armee.
Taktik
Französische Marinesoldaten verschanzten sich in Dorfhäusern und führten erbitterte Straßenkämpfe. Die feindliche Artillerie attackierte französische Stellungen, aber die Verteidiger hielten dank Hinterhalten, lokalen Gegenangriffen und der geschickten Nutzung des städtischen Geländes stand. Die vom Widerstand überraschten Bayern mussten Haus für Haus kämpfen. Nach stundenlangem Kampf zogen sich die Franzosen, da ihnen die Munition fehlte, geordnet zurück, wobei einige ihr letztes Pulverfass verbrannten, anstatt sich zu ergeben.
Folgen
Trotz der Niederlage wurde die Schlacht von Bazeilles zum Symbol des französischen militärischen Mutes. Es wird jährlich von Marinetruppen begangen. Strategisch gesehen verhinderte der Widerstand nicht die Kapitulation von Sedan am nächsten Tag, sondern verzögerte die Einkreisung und demonstrierte die Wirksamkeit der Kolonialtruppen in verzweifelten Kämpfen.