Schlacht von Agincourt 1415 • Spätmittelalter
Die Schlacht entdecken
25. Oktober 1415 Französische Niederlage

Schlacht von Agincourt

Hundertjähriger Krieg · Agincourt, Artois (Frankreich)

Zusammenfassung

Am 25. Oktober 1415 (Tag des Heiligen Crispin) fügte die durch Krankheiten und die Belagerung von Harfleur geschwächte Armee Heinrichs V. in der Nähe von Azincourt im Artois den zahlenmäßig überlegenen französischen Streitkräften eine vernichtende Niederlage zu. Karl VI., der an einer Geisteskrankheit litt, kommandierte nicht: Das französische Heer wurde von Karl d'Albret, Johannes von Bourbon und Karl von Orléans angeführt. Auf schlammigem Boden zwischen zwei Wäldern zerfielen französische Ritterangriffe unter den Salven englischer Bogenschützen, die durch Pfähle geschützt waren.

Historischer Kontext

Heinrich V. landete am 13. August 1415 in der Normandie und nahm Harfleur nach einer einmonatigen Belagerung (18. August – 22. September) ein. Anstatt nach Paris zu marschieren, machte er sich wie Eduard III. 1346 auf den Weg nach Calais. Die durch Krankheit geschwächte englische Armee wurde am 24. Oktober vom französischen Königsheer abgefangen. Ungeduldige, schlecht koordinierte französische Adlige kämpften, ohne auf volle Verstärkung zu warten oder gemeinsame Disziplin aufzuerlegen.

Taktik

Heinrich V. war defensiv zwischen zwei Waldgebieten stationiert, wobei Pfähle gepflanzt wurden, bevor Bogenschützen auf den Flügeln aufgestellt wurden. Langbogensalven belästigten französische Ritter, die auf wasserdurchtränktem Boden vorrückten, sich zusammendrängten und den Zusammenhalt verloren. Englische Soldaten schlugen dann auf die ungeordneten Flügel ein. Der Nahkampf wurde zu einem Gemetzel: Die französische Ritterschaft geriet ins Stocken und vernichtete ihre eigenen Reihen.

Folgen

Die Niederlage kostete etwa 6.000 Franzosen das Leben, darunter Charles d'Albret, und mehr als 1.000 hochrangige Gefangene, darunter Karl von Orléans. Heinrich V. festigte seine militärische und politische Vorherrschaft: Der Sieg stärkte seinen Anspruch auf den französischen Thron und ebnete den Weg zum Vertrag von Troyes (1420). Agincourt wurde zu einem mit Crécy und Poitiers vergleichbaren Adelstrauma und markierte vierzehn Jahre englischer Überlegenheit bis zur Aufhebung der Belagerung von Orléans im Jahr 1429.

Standort

Ort : Agincourt, Artois (Frankreich)
Koordinaten : 50.454°N, 2.098°E