Erste Schlacht von Artois
Erster Weltkrieg – Wettlauf zum Meer · Artois, Sektor Arras – Lens – Bapaume – Douai, Frankreich
Zusammenfassung
Die erste Schlacht von Artois war Teil der Verfolgung des „Wettlaufs zum Meer“: Die französische 10. Armee von General Maud'huy versuchte nach Kämpfen in der Picardie, die deutsche Nordflanke zu umgehen, um die Bergbauregion Lens und Douai zu erreichen. Die Franzosen starteten eine Reihe schneller Angriffe, eroberten Arras zurück, eroberten Dörfer wie Thélus und Neuville-Saint-Vaast und rückten bis zum Stadtrand von Lens vor. Der Kampf war erbittert: Bajonettangriffe, schweres Artilleriefeuer, immer ausgefeiltere deutsche Grabenverteidigung. Mehrere Ortschaften wechselten wiederholt den Besitzer, ohne entscheidenden Gewinn zu erzielen. Die Front dehnte sich unaufhaltsam aus und jede Seite versuchte, die andere in Richtung Flandern zu überflügeln.
Historischer Kontext
Nach der Aisne und der Picardie gab Joffre Maud'huy den Auftrag, ins Artois einzudringen, um den deutschen Rückzug zu verhindern, die Kontrolle über das Bergbaubecken zurückzugewinnen und die Routen nach Calais und Dünkirchen zu schützen. Die gut informierten Deutschen antizipierten die Bewegung und mobilisierten erhebliche Verstärkungen per Bahn, insbesondere Eliteeinheiten der Garde. Der wirtschaftliche und strategische Einsatz war immens: Artois-Kohle prägte die französischen Kriegsanstrengungen. Zivilisten flohen oder versteckten sich in Kellern, als die Region zu einem der ersten Symbole des totalen Krieges wurde.
Taktik
Die französische Offensive beruhte auf Divisionsangriffen in aufeinanderfolgenden Wellen, denen Artilleriebeschuss vorausging. Die schnelle Einnahme von Arras ebnete den Weg für neue Angriffe auf das Lorette-Plateau und das Bergbaubecken. Die in Dörfern und Bergbaudörfern verschanzten Deutschen leisteten hartnäckigen Widerstand: Maschinengewehrfeuer aus Häusern, Fallen, lokale Gegenangriffe. Umgehungsbewegungen scheiterten an der Geschwindigkeit deutscher Bahntransfers. Nach und nach gruben beide Seiten Schützengräben, befestigten Stellungen und stellten sich gegenseitig Verschanzungen gegenüber.
Folgen
In der Schlacht von Artois konnte sich keine Seite durchsetzen. Während Frankreich Arras zurückeroberte und die Front an der Scarpe stabilisierte, gelang es ihm nicht, nach Douai durchzubrechen oder die deutsche Verteidigung zu desorganisieren. Das Bergbaubecken blieb teilweise besetzt. Die Region wurde zu einem der symbolträchtigsten Schlachtfelder der Westfront: Das Lorette-Plateau und die Sektordörfer blieben bis 1917 Schauplätze erbitterter Kämpfe. Der „Wettlauf zum Meer“ ging weiter nach Norden in Richtung Armentières, Lys und dann Flandern. Diese Schlacht bestätigte die Verschanzung der Armeen und den Beginn des Grabenkriegs-Albtraums im Artois.