Schlacht von Armentières
Erster Weltkrieg – Wettlauf zum Meer · Armentières, Lys-Tal, Nord, Frankreich
Zusammenfassung
Die Schlacht von Armentières markierte eine neue Phase des Wettlaufs zum Meer. Die Alliierten, insbesondere das britische II. Korps, das von französischen Elementen unterstützt wurde, versuchten, in Richtung Leie vorzudringen, um Lille und Menin einzunehmen. Der ersten Offensive gelang es, die Deutschen über die Lys hinauszudrängen und Armentières zu besetzen. Doch der Feind reagierte sofort: Durch massive Gegenangriffe der deutschen 6. Armee wurden mehrere Stellungen zurückerobert, dann kam es zu heftigen Straßen-, Graben- und Häuserkämpfen. Beide Seiten gruben sich ein: Jeder Vorstoß brachte schwere Verluste mit sich. Die umliegenden Dörfer (Houplines, La Chapelle-d'Armentières, Bois-Grenier) wurden zum Schauplatz heftiger Kämpfe, und die Front erstarrte bald an der Lys.
Historischer Kontext
Nach Misserfolgen in der Picardie und im Artois versuchten die Alliierten, die belgische Grenze zu erreichen, um die deutschen Hinterlandgebiete zu bedrohen. Die BEF, getestet, aber immer noch mobil, erhielt Unterstützung von französischen Abteilungen, während die deutsche 6. Armee in voller Stärke in der Region eintraf. Die Topographie (Kanäle, Wiesen, Industrievororte) begünstigte die Verteidigung, Offensiven stießen jedoch auf die Dichte des gegnerischen Aufmarsches. Die Logistik der Alliierten stieß an ihre Grenzen, ebenso wie die Erschöpfung der Truppen nach zwei Monaten ununterbrochenen Kampfes.
Taktik
Die Angriffe erfolgten in Infanteriewellen, unterstützt von leichter Artillerie. Die Deutschen setzten reichlich Maschinengewehre ein und befestigten jedes Gebäude. Die Verbündeten rückten zügig vor und nutzten dabei den Morgennebel oder die Nacht. Mehrere Brücken über die Leie wurden wiederholt zerstört und wieder aufgebaut. Deutsche Artillerie beschoss systematisch Stellungen der Alliierten, die in diesem Sektor die ersten tiefen Schützengräben des Krieges aushoben. Minenkriege, Scharfschützenfeuer und nächtliche Gefechte waren an der Tagesordnung.
Folgen
Die Schlacht von Armentières endete ohne Sieger, besiegelte aber endgültig die Umwandlung der Front in eine durchgehende Grabenlinie von der Nordsomme bis zum Meer. Die Industrieregion Armentières und Leie wurde bis 1918 zu einem der stabilsten (und tödlichsten) Sektoren der Westfront. Die Verluste waren zwar geringer als an der Marne oder Aisne, aber für solche lokalisierten Kämpfe hoch. Der Wettlauf zum Meer endete allmählich, als beide Seiten erkannten, dass es unmöglich war, den Feind durch Manöver zu umgehen. Es begann ein Stellungskrieg.