Schlacht von Tertry 687 • Frühmittelalter
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Juni 687 Französischer Sieg

Schlacht von Tertry

Fränkische Faiden – Austrasien gegen Neustrien und Burgund; Aufstieg der Hausmeier (Pippiniden) · Tertry (Somme), zwischen Somme und Omignon-Mooren

Zusammenfassung

Im Juni 687 besiegt Pippin der Mittlere, Hausmeier von Austrasien, bei Tertry (Somme) die Kräfte Neustriens und Burgunds unter Berchar und König Theuderich III. Pippin hatte Somme und Omignon-Moore überschritten. Der austrasische Sieg diktiert Neustriens politische Zukunft: Berchar wird entfernt; Pippin wird als Hausmeier über Austrasien, Neustrien und Burgund anerkannt, nimmt die Titel dux et princeps Francorum an, wagt aber noch nicht die Krone. Er überträgt Neustrien Nordebert (nach Berchars Tod, Oktober 688) und verlobt seinen Sohn Drogo mit Anstrudis, Berchars Witwe. Tertry ist ein pippinidisch/karolingischer Wendepunkt (Ferdinand Lot; Rosamond McKitterick), zwei Generationen vor Pippin dem Kurzen.

Historischer Kontext

Im 7. Jahrhundert geht die tatsächliche Macht von den Merowingerkönigen auf die Hausmeier über. Austrasien (Metz, Pippin) und Neustrien (Paris/Soissons, Berchar unter Theuderich III.) stehen einander gegenüber. Nach austrasischen Rückschlägen (Laon 680, Namur) schließt ein Friede mit Waratto (680/681) Geiseln ein; seine Nachfolger erneuern den Konflikt. Laut Annales mettenses priores und englischer Historiographie fallen Theuderich III. und die Noblen Neustriens-Burgunds unter Berchar in Austrasien ein und werden bei Tertry geschlagen. Michael Frassetto sieht das Ergebnis einer langen Fehde und innerneustrischer Spannungen.

Taktik

Die Quellen liefern wenig präzises Militärdetail zu Tertry. Die von der französischen Wikipedia beibehaltene Geografie ist das Überschreiten von Somme und Omignon-Mooren, dann der Kampf bei Tertry. Die Annales mettenses priores (wahrscheinlich in Chelles entstanden) bieten eine heroische austrasische Erzählung eher als eine Schlachtordnung. Einkreisungs-, Überraschungs- oder Desorganisationshypothesen sind in den hier genutzten enzyklopädischen Notizen nicht detailliert.

Folgen

Dauerhafte austrasische Vorherrschaft im Konflikt Neustrien/Austrasien (Lot: „seit Tertry wurde Austrasien nie wieder besiegt“). Merowingerkönige behalten den Titel, verlieren aber die tatsächliche Macht („Faulkönige“). Pippin dux et princeps Francorum; Drogo über Anstrudis in die neustrische Sippe eingebunden. Karolingische Vorwegnahme: noch zwei Generationen bis Pippin dem Kurzen (751). Fortsetzung: Karl Martell bei Néry (719) gegen Rainfroi. Gedenkmonument 1987 in Tertry eingeweiht.

Standort

Ort : Tertry (Somme), zwischen Somme und Omignon-Mooren
Koordinaten : 49.8017°N, 3.0447°E