Schlacht an der Tschernaja
Krimkrieg · Fluss Tschernaja, Krim (Russisches Reich)
Zusammenfassung
In der Schlacht an der Tschernaja standen zahlreiche, aber schlecht koordinierte russische Truppen einer fest etablierten französisch-piemontesischen Verteidigungslinie gegenüber. In einem verzweifelten Versuch, die Belagerung von Sewastopol zu durchbrechen, überquerten die Russen den Fluss Tschernaja, um die Stellungen der Alliierten anzugreifen. Vorgewarnt leisteten die Franzosen von General Bosquet und Sardes von Durando heftigen Widerstand und fügten den Angreifern schwere Niederlagen zu. Diese Schlacht bestätigte den Zusammenbruch der russischen Offensivstrategie auf der Halbinsel.
Historischer Kontext
Im August 1855, als sich die Belagerung Sewastopols hinzog, starteten die Russen den letzten Versuch, die Linie der Alliierten zu erzwingen und die Stadt zu versorgen. General Gortschakow bereitete einen groß angelegten Angriff auf die Tschernaja-Ufer südöstlich von Sewastopol gegen französische und piemontesische Stellungen vor. Doch fest verankerte Alliierte rechneten mit einer Offensive. Die Schlacht war auch eine große Prüfung für die sardischen Streitkräfte, die kürzlich in die Koalition integriert wurden. Ihr hartnäckiger Widerstand an der Seite der Franzosen war ein starkes politisches Symbol für die italienische Einheit.
Taktik
Die Russen versuchten, Tschernaja auf zwei Hauptbrücken zu überqueren, wurden jedoch von schwerem Artilleriefeuer der Franzosen getroffen. Die schlecht synchronisierten russischen Angriffe stießen auf eine gut strukturierte alliierte Verteidigung. Die Piemontesen hielten den Traktir-Hügel, einen strategischen Punkt des Schlachtfeldes, fest. Französische Gegenangriffe unter Bosquets Führung schlugen russische Umgehungsversuche zurück. Sumpfiges Gelände und russische Kommandofehler verstärkten ihre Desorganisation. Die taktisch überlegenen Alliierten errangen einen klaren Sieg.
Folgen
Die Schlacht markierte das endgültige Scheitern der Russen, den Würgegriff über Sewastopol zu lockern. Es stärkte die militärische Zusammenarbeit zwischen Frankreich und dem Königreich Sardinien und trug zur Etablierung des französischen Einflusses in Italien bei. Militärisch verdeutlichte es erneut die Überlegenheit der Alliierten in Koordination und Artillerie. Diese Niederlage verstärkte die Entmutigung Russlands und kündigte den bevorstehenden Fall Sewastopols an, der einige Wochen später fallen würde. Politisch stärkte es die diplomatische Position Frankreichs in den bevorstehenden Verhandlungen.