Befreiung von Straßburg
Befreiung Frankreichs (Zweiter Weltkrieg) · Straßburg, Elsass, Frankreich
Zusammenfassung
Die Befreiung von Straßburg, der Hauptstadt des Elsass, war ein strategisches und symbolträchtiges Ziel für die französischen Streitkräfte. Die 2. Panzerdivision von General Leclerc, die nach ihrem Vormarsch von Paris nach Norden abkommandiert wurde, marschierte am 23. November 1944 trotz deutschen Widerstands in Straßburg ein. Die Einnahme der Stadt stellte einen starken Akt der Souveränität und Rache für die deutsche Annexion von 1940 dar.
Historischer Kontext
Straßburg war de facto von Nazi-Deutschland annektiert worden und symbolisierte die deutsche Herrschaft über das Elsass. General de Gaulle bestand persönlich darauf, dass es eine französische Einheit war, die die Stadt befreite. Leclerc, an der Spitze der 2. Panzerdivision, führte von Lothringen aus ein kühnes Manöver durch und übertraf damit die Pläne der Alliierten, die Stadt schnell zu erobern. Das Manöver wurde durch die Koordination mit der 1. Armee und die relative Schwäche der deutschen Verteidigungsanlagen innerhalb der Stadt selbst ermöglicht.
Taktik
Die Annäherung erfolgte schnell: Leclerc stürmte auf Straßburg zu, umging dabei bestimmte feindliche Stellungen und verließ sich dabei auf Überraschung und Schnelligkeit. Die 2. Panzerdivision marschierte von Südwesten her ein und übernahm mit begrenzter, aber entscheidender Unterstützung des örtlichen Widerstands die Kontrolle über den Bahnhof, das Stadtzentrum und die Brücken über die Ill. Die Kämpfe waren kurz, aber heftig, insbesondere in den östlichen Bezirken. Die Deutschen zogen sich hastig über den Rhein zurück.
Folgen
Die Einnahme von Straßburg markierte den symbolischen Zusammenbruch des NS-Regimes im Elsass. Das Ereignis rüttelte die französische Bevölkerung auf und stärkte die militärische und politische Legitimität der Regierung De Gaulle. Straßburg war die erste annektierte Regionalhauptstadt, die zurückerobert wurde. Militärisch diente die Stadt als strategischer Stützpunkt für Operationen gegen den Kessel von Colmar. Anschließend ließ Leclerc seine Offiziere den Eid unterzeichnen, niemals die Waffen niederzulegen, bis die französische Flagge über dem Straßburger Münster wehte – ein Eid, der nun erfüllt wurde.