Belagerung von Rashaya 1925 • Zeitgeschichte
Die Schlacht entdecken
20.–24. November 1925 Französischer Sieg

Belagerung von Rashaya

Großer syrischer Aufstand gegen das französische Mandat · Rashaya, Südlibanon (französisches Mandat)

Zusammenfassung

Vom 20. bis 24. November 1925 wurde die kleine Festung Rashaya an der Grenze zwischen Libanon und Syrien von drusischen Streitkräften umzingelt. Die 76 französischen Soldaten leisteten fünf Tage lang Widerstand, ohne Nachschub oder Verstärkung. Trotz wiederholter Übergriffe hielten die Verteidiger dank Disziplin und ihrer dominanten Stellung durch. Die Belagerung endete am 24., aber die Belagerten wurden erst im Januar 1926 nach einer allgemeinen französischen Offensive in der Region abgelöst. Die Episode wurde zum Symbol der französischen Hartnäckigkeit in der Levante.

Historischer Kontext

Die Festung Rashaya, eine isolierte Festung an der syrisch-libanesischen Grenze, lag im Herzen einer Region, die weitgehend für Aufstände geeignet war. Nach französischen Misserfolgen in Suwayda und Qanawat versuchten drusische Aufständische, den Aufstand in den Libanon zu exportieren, indem sie isolierte Garnisonen ins Visier nahmen. Rashaya war eine symbolische Wahl: Als ehemalige osmanische Position dominierte es das Bekaa-Tal. Die französische Regierung, die bereits in Damaskus für ihre Methoden kritisiert wurde, wollte ihre Verteidigung zu einem Beispiel militärischen Heldentums machen.

Taktik

Drusische Aufständische umzingelten die Festung und begannen ab dem 20. November eine Reihe von Angriffen mit Mörserfeuer und Nachtangriffen. Kapitän Granger organisierte die Verteidigung mit Disziplin: Rationierung, Wachwechsel, kontrolliertes Feuer aus Schießscharten. Mangels Verstärkung hielten die Belagerten allein durch ihre Moral und die Festigkeit der Festungsmauern stand. Die Luftfahrt versuchte am 23. einen Nachschubverlust, doch vieles wurde von den Belagerern abgefangen. Die Belagerung wurde nach Ankündigung einer Gegenoffensive aufgehoben.

Folgen

Die Belagerung von Rashaya wurde zu einer symbolischen Episode des französischen Widerstands in der Levante. In der Großstadtpresse wurde es als „kleines östliches Verdun“ gefeiert. Die französische Armee bezog daraus symbolisches Kapital, um ihr durch die Zerstörung in Damaskus getrübtes Image wiederherzustellen. Militärisch löste die Episode eine völlige Neuorganisation der Garnisonen im Südlibanon aus. Politisch trug es dazu bei, die antifranzösische Stimmung in der libanesischen Bevölkerung zu verstärken, auch in der christlichen Bevölkerung, die zuvor dem Mandat positiv gegenüberstand.

Standort

Ort : Rashaya, Südlibanon (französisches Mandat)
Koordinaten : 33.4964°N, 35.8528°E