Einnahme von Damaskus
Französische Besetzung Syriens (im Anschluss an die Sykes-Picot-Abkommen und das Mandat des Völkerbundes) · Damaskus, Syrien (ehemaliges Osmanisches Reich)
Zusammenfassung
Vom 21. bis 23. Oktober 1919 starteten französische Truppen den Angriff auf Damaskus, die Hauptstadt Syriens und Bastion der arabischen Nationalbewegung. Trotz des Widerstands der Partisanen von Faisal eroberten die zahlenmäßig und bewaffnet überlegenen französischen Streitkräfte die Stadt nach Kämpfen in den Vororten und im historischen Zentrum. Diese Eroberung markiert das Ende der arabischen Monarchie in Syrien und den Beginn eines wirksamen französischen Mandats über das gesamte syrische Territorium.
Historischer Kontext
Nach dem Ersten Weltkrieg hatte Faisal I. in Damaskus eine arabische Regierung gegründet, in der Hoffnung, die von den Briten versprochene Unabhängigkeit zu erreichen. Aber die Sykes-Picot-Abkommen und die San-Remo-Konferenz übertrugen Syrien dem französischen Mandat. Gouraud wurde vorgeworfen, diese Entscheidung gewaltsam durchgesetzt zu haben. Damaskus wurde dann zum Symbol des arabischen Widerstands. Die Spannungen erreichten im Oktober ihren Höhepunkt, als Frankreich Faisal befahl, die Macht zu räumen. Er weigerte sich und es kam zu Feindseligkeiten.
Taktik
Französische Streitkräfte umzingelten die Stadt von mehreren Achsen aus, insbesondere vom Westen (Mezzeh) und vom Norden. Der Angriff wurde gemeinsam von berittenen Spahis, Kolonialinfanterie und Renault FT-Panzern durchgeführt. Artillerie bombardierte arabische Stellungen in den Vororten Midan und Barzé. Die Luftfahrt sorgte für ständige Aufklärung. Arabische Verteidiger, die taktisch unterlegen waren, versuchten Hinterhalte und städtische Verteidigung in den engen Gassen. Doch Panzer durchbrachen die Linien und die arabische Armee wurde in weniger als drei Tagen besiegt.
Folgen
Die Einnahme von Damaskus bestätigte die französische Kontrolle über Syrien und bestätigte militärisch das vom Völkerbund übertragene Mandat. Es führte zur Verbannung Faisals I. und zum Scheitern des Traums eines vereinten arabischen Königreichs. Die Episode nährte starke nationalistische Ressentiments, die einige Jahre später mit dem großen syrischen Aufstand (1925–1927) explodierten. Für Frankreich symbolisierte dieser Sieg den Höhepunkt seiner Expansion in der Levante, allerdings um den Preis eines längeren und umstrittenen militärischen Engagements.