Schlacht und Massaker von Philippeville
Algerienkrieg · Philippeville (Skikda), Nord-Constantinois, Algerien
Zusammenfassung
Am 20. August 1955 startete die FLN einen koordinierten Angriff auf Philippeville und zahlreiche umliegende Dörfer mit dem Ziel, einen allgemeinen Aufstand in Ostalgerien auszulösen. Die Angriffe gingen mit Massakern an europäischen Zivilisten einher und lösten eine äußerst gewalttätige Reaktion der französischen Armee aus. Die Repression war massiv: Mehrere tausend Algerier wurden in den folgenden Tagen bei Repressalien getötet.
Historischer Kontext
Bis 1955 blieb der Algerienkrieg örtlich begrenzt. Die Philippeville-Offensive markierte einen Bruch: Die FLN wollte den Krieg in die Städte tragen und die europäische Bevölkerung terrorisieren. Die französische Armee war von der Brutalität des Angriffs überrascht und startete in der Region eine Aufstandsbekämpfung von beispiellosem Ausmaß.
Taktik
Gleichzeitig griff die FLN isolierte Militärposten und Minen an und massakrierte an mehreren Orten europäische Einwohner. Die Franzosen mobilisierten sofort Verstärkung, umzingelten die Dörfer und unterdrückten sie durch Bombardierungen, Razzien und summarische Hinrichtungen. Die Luftfahrt unterstützte die Rückeroberungsoperationen. Hunderte Menschen wurden verhaftet und interniert.
Folgen
Die Schlacht von Philippeville trieb den Algerienkrieg in völlige Gewalt. Die FLN wurde sich ihrer Fähigkeit bewusst, die Städte anzugreifen, und die französische Armee wandte brutale Methoden zur Aufstandsbekämpfung an. Die französische und internationale öffentliche Meinung war schockiert über das Ausmaß der Massaker und der Repression. Der Konflikt veränderte sein Ausmaß und der Krieg trat in eine neue, blutige Phase.