Schlacht am Ouarsenis
Eroberung Algeriens / Krieg gegen Abd el-Kader · Ouarsenis-Gebirge, Algerien
Zusammenfassung
In der Schlacht am Ouarsenis standen die französischen Streitkräfte unter dem Kommando von General Bedeau einer wichtigen Truppe von Abd el-Kader gegenüber, die in den steilen Reliefs des Ouarsenis-Gebirges verschanzt war. Bei der Umgehungs- und Einkreisungsoperation überraschten französische Truppen den Feind im Lager und erzwangen offene Schlachten in einer schwer zugänglichen Zone. Der französische Sieg war zwar kostspielig, trug aber dazu bei, dass Abd el-Kaders Einfluss auf die Bergmassive geschwächt wurde.
Historischer Kontext
Ouarsenis war einer der letzten natürlichen Zufluchtsorte von Abd el-Kader, der dort nach Niederlagen von 1845 bis 1846 seine Streitkräfte wiederherstellte. General Bedeau, Chef der Oran-Division, startete eine Strafexpedition, um den anhaltenden Widerstand in der strategischen Region zwischen Médéa, Miliana und Tiaret zu zerschlagen. Die Operation startete im Morgengrauen in einer bewaldeten Steilregion, die für Hinterhalte bekannt ist.
Taktik
Bedeau nutzte drei Kolonnen, um sich dem feindlichen Lager anzunähern: Zwei Hauptkolonnen erklommen Höhen von Westen und Osten, während die zentrale Streitmacht durch eine bewaldete Schlucht vorrückte. Am Mittag umzingelten die Franzosen das Lager und starteten den Angriff. Die Fremdenlegion führte den Hauptangriff an, während Spahis die Rückzugswege blockierten. Gebirgsartillerie neutralisierte die gefährlichsten Bergkämme. Die Kämpfe waren heftig und dauerten bis in den Abend hinein.
Folgen
Dieser Sieg stärkte die französische Kontrolle über das Ouarsenis-Gebirge und beraubte Abd el-Kader seiner wesentlichen Basis. Die Schlacht markierte auch einen Wendepunkt im taktischen Einsatz der Gebirgskriegsführung für die französischen Truppen, wobei zunehmend auf Spezialeinheiten zurückgegriffen wurde. Symbolisch trug es zum Untergang des Unbesiegbarkeitsmythos von Abd el-Kader bei, da mehrere Bergstämme zur Unterwerfung übergingen.