Zweite Schlacht an der Straße von Otranto
Seefeldzug in der Adria (Erster Weltkrieg) · Straße von Otranto, Adria, vor der Küste Albaniens
Zusammenfassung
Am 2. Oktober 1918 fing ein französisch-britisch-italienisches Geschwader einen nächtlichen Ausfall zweier österreichisch-ungarischer Torpedoboote ab, die versuchten, die Adriablockade am Eingang der Straße von Otranto zu durchbrechen. Französische Schiffe eröffneten präzise das Feuer, unterstützt von britischen Zerstörern. Ein Torpedoboot wurde versenkt, das andere zum Rückzug gezwungen. Diese Aktion bestätigte die Flottenüberlegenheit der Alliierten in der Adria wenige Wochen vor der österreichisch-ungarischen Kapitulation.
Historischer Kontext
Seit 1915 ist die Straße von Otranto eine strategische Schleuse zwischen der Adria und dem Mittelmeer und wird von der französischen, italienischen und britischen Marine bewacht. Die Österreichisch-Ungarische Monarchie startete dort regelmäßig Razzien gegen Blockadelinien. Im Oktober 1918, als sich die politische Lage in Österreich-Ungarn rapide verschlechterte, versuchte die Flotte eine letzte Aktion, um die Kontrolle der Alliierten anzufechten. Französische Zerstörer waren in ständiger Alarmbereitschaft und beteiligten sich aktiv an der Überwachung des Sektors.
Taktik
Das alliierte Geschwader patrouillierte in erweiterter Formation, um die Radar- und Sichtabdeckung zu maximieren. Als feindliche Aktivitäten entdeckt wurden, manövrierten französische Schiffe in Abstimmung mit den Briten schnell, um die Ziele abzufangen. Durch ein Zangenmanöver gerieten die Torpedoboote ins Kreuzfeuer. Ausschlaggebend waren die Geschwindigkeit der Ausführung und die technische Überlegenheit der Alliierten. Die Schlacht dauerte weniger als 30 Minuten, verdeutlicht aber die Wirksamkeit der Zusammenarbeit auf See zwischen den Alliierten.
Folgen
Dieser Seesieg untergrub die Moral der österreichisch-ungarischen Marine weiter, die bereits durch Desertionen und den politischen Zerfall des Reiches geschwächt war. Es bestätigte die vollständige Vorherrschaft der Alliierten über die Adria und verhinderte jegliche Versorgung oder Evakuierung auf dem Seeweg. Das Gefecht trug indirekt zur Kapitulation Österreich-Ungarns Ende Oktober bei. Auf französischer Seite stärkte diese Schlacht das Ansehen der nationalen Marine auf einem sekundären, aber strategischen Schauplatz.