Belagerung von La Rochelle
Französische Religionskriege · La Rochelle, Charente-Maritime (Frankreich)
Zusammenfassung
Vierzehnmonatige Belagerung (September 1627 – Oktober 1628) von La Rochelle durch Richelieus königliche Streitkräfte, die eine Seeblockade, einen 1.500 m langen Deich und den Hunger der Bevölkerung umfasste. Trotz dreier englischer Expeditionen kapitulierte die protestantische Stadt mit 5.400 überlebenden Einwohnern und markierte damit das Ende des organisierten Hugenottenwiderstands.
Historischer Kontext
Die Belagerung von La Rochelle, angeordnet von Ludwig Richelieu setzte etwa 20.000 Mann ein und blockierte von Beginn der Belagerung an Landwege.
Taktik
Ab dem 30. November ließ Richelieu auf den Fundamenten von 59 versenkten Schiffen einen 1.500 m langen, 20 Fuß hohen, mit Kanonen und Pfählen bewaffneten Deich errichten, um die Versorgung auf See zu verhindern. Die französische Flotte unter Marino Torre blockierte den Hafen, während königliche Truppen eine kontinuierliche Landbelagerung aufrechterhielten und die Entsatzkräfte von Buckingham und dann von Lindsey abwehrten.
Folgen
Nach dem Scheitern dreier englischer Expeditionen und einer Hungersnot kapitulierte die Stadt am 28. Oktober 1628 bedingungslos; nur 5.400 Überlebende blieben übrig. Mit dem Frieden von Alès (28. Juni 1629) verloren die Hugenotten ihre politischen, militärischen und territorialen Rechte, behielten jedoch die Religionsfreiheit. Die Mauern wurden abgerissen und eine jährliche Gedenkprozession veranstaltet.