Schlacht an den Grenzen (Morice-Linie)
Algerienkrieg · Algerisch-tunesische Grenze (Morice-Linie), Wilayas von Oum el-Bouaghi, Souk Ahras, Tebessa, Algerien
Zusammenfassung
In der Grenzschlacht kämpfte die französische Armee gegen mehrere tausend ALN-Kämpfer, die versuchten, die Morice-Linie zu überqueren, ein Netz aus Stacheldraht und Minenfeldern, das Tunesien von Algerien trennt. Die Zusammenstöße waren von seltener Intensität: Nachtangriffe, Wellenangriffe, Artillerieangriffe und Luftangriffe. Den Franzosen gelang es, die meisten Infiltrationsversuche einzudämmen und der ALN schwere Verluste zuzufügen, ohne jedoch die Fortsetzung des Guerillakrieges zu verhindern.
Historischer Kontext
Im Jahr 1958 diente das unabhängige Tunesien als Stützpunkt für die FLN. Um das Eindringen der Macchia zu verhindern, baute Frankreich die Morice-Linie: ein System aus Elektrozäunen, Minenfeldern und befestigten Posten. Die ALN versuchte im Frühjahr einen gewaltigen Durchbruch, um Brückenköpfe in Algerien zu errichten und die innere Macchia zu versorgen. Die Schlacht, über die in den Medien ausführlich berichtet wurde, wurde als Test der militärischen Überlegenheit Frankreichs angesehen.
Taktik
Die FLN startete koordinierte Angriffe gegen französische Posten, nutzte Tarnung und unwegsames Gelände und versuchte nächtliche Überfahrten. Die französische Armee setzte beträchtliche Ressourcen ein: motorisierte Patrouillen, Jagd- und Bomberflieger, Artilleriefeuer, Kreuzfeuersperren. Fallschirmjäger führten lokale Gegenangriffe durch und kesselten eindringende Gruppen ein.
Folgen
Der französische Sieg verzögerte die großen Offensiven der FLN, allerdings auf Kosten eines massiven Ressourceneinsatzes und schwerer Verluste. Der Konflikt wurde internationalisiert, Tunesien protestierte gegen französische Einfälle und die FLN-Propaganda verstärkte sich. Obwohl die Morice-Linie beeindruckend war, konnte sie weder die Anpassung der Guerillas noch den politischen Zerfall Frankreichs verhindern. Diese Schlacht beschleunigte die Erkenntnis einer militärischen Sackgasse und die Vorbereitung auf Verhandlungen.