Schlacht von Damaskus
Großer syrischer Aufstand gegen das französische Mandat · Damaskus, Syrien (französisches Mandat)
Zusammenfassung
Vom 18. bis 20. Oktober 1925 erreichte der syrische Aufstand mit dem Einmarsch der Aufständischen in Damaskus seinen Höhepunkt. Unter der Führung von Hasan al-Kharrat versuchten syrische Kämpfer, die Hauptstadt vom französischen Mandat zu befreien. Die französische Reaktion erfolgte unmittelbar: Schwere Artillerie und Flieger bombardierten die südöstlichen Viertel, insbesondere Midan und Shaghour. Der Aufstand wurde mit äußerster Gewalt niedergeschlagen. Es war die tödlichste und symbolträchtigste Schlacht des gesamten syrischen Aufstands.
Historischer Kontext
Nach mehreren Erfolgen der Rebellen im Hauran breitete sich der Konflikt auf Damaskus aus. Das im Botschaftsviertel verschanzte französische Kommando wurde von einem koordinierten Angriff in den Straßen der Altstadt überrascht. Für Sarrail ging es nicht nur um die Verteidigung der Hauptstadt, sondern darum, die Kolonialmacht durch Terror wiederherzustellen. Er ordnete eine massive Bombardierung von Wohngebieten an und provozierte damit eine humanitäre und diplomatische Katastrophe. Diese Episode würde die internationale öffentliche Meinung schockieren.
Taktik
Aufständische führten einen koordinierten Angriff auf mehrere Punkte der Stadt durch und nutzten enge Gassen für Hinterhalte und Blitzangriffe. Französische Truppen organisierten eine sternförmige Verteidigung rund um die Verwaltungsgebäude und starteten dann eine Gegenoffensive mit schwerer Artillerie an der Zitadelle und Luftangriffen vom Stützpunkt Mezzeh aus. Das Midan-Viertel wurde vorrangig ins Visier genommen. Französische Patrouillen rückten dann Haus für Haus vor, um Widerstandsnester zu beseitigen.
Folgen
Die Schlacht von Damaskus brach den unmittelbaren Schwung der Revolte, allerdings um den Preis eines Blutbads und einer massiven Zerstörung des Stadtzentrums. Frankreichs Ansehen im Osten war nachhaltig getrübt. Mehrere europäische Länder, darunter Großbritannien, kritisierten offen die französischen Methoden. Hunderte Häuser wurden zerstört und die historische Architektur der Altstadt von Damaskus wurde schwer beschädigt. Politisch führte der Kampf zu einer weiteren Radikalisierung der Nationalisten und zu einer Verbreiterung der Volksbasis der Revolte in ganz Syrien.