Erste Schlacht von Konstantin
Eroberung Algeriens · Konstantin, Algerien
Zusammenfassung
Der erste französische Versuch, die befestigte Stadt Konstantin einzunehmen, scheiterte bitter. Marschall Clausel, Generalgouverneur von Algerien, startete eine ehrgeizige Expedition, um den Widerstand von Ahmed Bey, der letzten großen unabhängigen Bastion Ostalgeriens, zu brechen. Trotz des anfänglichen Vormarsches von Bône aus litten die französischen Truppen unter schlechtem Wetter, mangelnder Versorgung und heftigem Widerstand. Der letzte Angriff auf die Mauern scheiterte. Die Kolonne wurde im Regen zum unorganisierten Rückzug gezwungen und von örtlichen Streitkräften belästigt.
Historischer Kontext
Konstantin stellte für die Franzosen ein wichtiges strategisches Ziel dar und verkörperte das Herzstück der verbleibenden osmanischen Macht in Ostalgerien. Nach der Einnahme von Algier im Jahr 1830 und der Niederlage bei Macta im Jahr 1835 wurde die Eroberung Konstantins als notwendig erachtet, um die Kontrolle über das gesamte Gebiet zu erlangen. Clausel bereitete unter katastrophalen klimatischen Bedingungen eine Gewaltmarschexpedition von Bône aus vor. Berge, Kälte und sintflutartige Regenfälle verlangsamten den Fortschritt und erschöpften die Truppen. Die Versorgung war schwierig und die Koordination zwischen den Einheiten unzureichend. Ahmed Bey organisierte mit seinen Soldaten und Stammesmilizen geschickt die Verteidigung der Stadt.
Taktik
Die Stadt Konstantin lag auf einem Felsplateau, geschützt durch tiefe Schluchten und solide Stadtmauern. Clausel versuchte einen Frontalangriff in der Hoffnung, die Verteidigung durch Artillerieüberlegenheit zu überwältigen. Doch der Regen durchnässte das Pulver, die Straßen waren unpassierbar und schwere Geschütze konnten nicht richtig positioniert werden. Das Abwehrfeuer von den Mauern war verheerend. Mehrere Angriffe in Schluchten schlugen fehl. Ahmed Bey leitete persönlich Belästigungs-Gegenangriffe. Französische Soldaten, erfroren, ausgehungert und demoralisiert, verloren den Zusammenhalt. Clausel befahl schließlich am 24. Oktober unter ständigem feindlichem Druck den Rückzug.
Folgen
Das Scheitern dieser Expedition schockierte die öffentliche Meinung in Frankreich. Die Regierung von Louis-Philippe setzte Clausel ab und ernannte General Damrémont zur Vorbereitung einer neuen Offensive. Konstantin wurde zum Symbol des Widerstands und Ahmed Beys Figur gewann in ganz Algerien an Popularität. Diese Episode markierte auch einen Wendepunkt im Kolonialkrieg: Frankreich erkannte, dass es weitaus größere logistische Mittel und eine Anpassung an die Gegebenheiten des algerischen Geländes benötigen würde. Die Rache kam 1837 mit einer zweiten Schlacht von Konstantin, diesmal siegreich.